Category

Einfach erklärt: Alles, was du zum Thema Zinsen wissen musst

Jede Bank möchte an ihren Kunden Geld verdienen – das sollte jedem bewusst sein, der einen Kredit oder andere Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen möchte. Ein Weg, über den Banken Geld einnehmen, sind unter anderem Kreditzinsen, die der Kreditnehmer zusätzlich zu seinen Kreditraten zahlen muss. Wie hoch die Zinsen sind, ist von Bank zu Bank unterschiedlich, weshalb sich vor Aufnahme eines Kredits ein ausführlicher Vergleich lohnt. Da vor allem bei hohen Krediten mit langer Laufzeit sehr hohe Zusatzkosten durch Zinsen entstehen können, verstecken sich hier oft Ersparnisse in Höhe von drei- bis vierstelligen Beträgen.

Damit ihr vorbereitet in eurer Gespräch mit der Bank geht, erklären wir euch hier auf einfache Weise, wie Banken ihre Zinsen festlegen und worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen Kredit aufnehmt.

Leitzins

Der Leitzins ist ein von der jeweiligen Zentralbank vorgegebener Zinssatz, der anhand der aktuellen Geldpolitik festgelegt wird. Im Euro-Raum wird der Leitzins von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgegeben. Der Leitzins beeinflusst, zu welchen Konditionen Banken bei der Zentralbank Geld aufnehmen oder anlegen können. Diese Konditionen geben die Banken wiederum an ihre Kunden weiter. Ist der Leitzins niedrig, können Bankkunden also zu günstigen Konditionen Kredite aufnehmen. Ist der Leitzins hoch, verschlechtern sich auch die Konditionen für den Kreditnehmer.

Sollzins

Bei dem Sollzins handelt es sich um den vertraglich mit der Bank vereinbarten Zinssatz, zu dem ein Kredit aufgenommen wird. In manchen Fällen wird eine Zinsbindung über einen gewissen Zeitraum festgelegt, in dem die Höhe dieses Zinssatzes nicht verändert werden darf. Ist die Zinsbindung kürzer als die Kreditlaufzeit, muss nach Ablauf der Zinsbindung ein neuer Zinssatz mit der Bank ausgemacht werden. Bei Abschluss des Kredites sollte euch also auf jeden Fall bewusst sein, ob es eine Zinsbindung gibt und falls ja, wie lange diese läuft.

Gibt es keine Zinsbindung, spricht man von einem variablen Zinssatz. Hier wird in regelmäßigen Abständen der Zinssatz der aktuellen Marktlage angepasst. Je nachdem wie sich der Finanzmarkt entwickelt, kann dies natürlich genauso gut negative wie positive Folgen haben. Darüber sollte man sich bewusst sein – gerade, wenn der Zinssatz zu Beginn sehr niedrig ist, sollte man sich nicht von vermeintlich unschlagbaren Angeboten blenden lassen.

Mittlerweile gibt es viele Kreditangebote, deren Zinsen sich nach der Bonität des Kreditnehmers richten. Möchte jemand, der bislang keine negativen Schufa-Einträge hat, einen Kredit aufnehmen, bekommt er bei dieser Art von Kredit bessere Konditionen angeboten, als jemand, der eine schlechtere Bonität aufweist.

Effektivzins

Der Effektivzins beschreibt die Zinshöhe inklusive aller Kosten, die im Rahmen eines Kreditabschlusses anfallen. Der Effektivzins ist also ein Kennwert, der alle Kosten anzeigt, die auf den Kreditnehmer zukommen. Es macht demnach Sinn, sich an diesem Wert zu orientieren und im Gespräch mit dem Bankberater explizit nach dem Effektivzins zu fragen.

Achtung: Falls ihr im Rahmen eines Kredites eine Restschuldversicherung abschließt, ist diese auch im Effektivzins nicht enthalten.

Eine Restschuldversicherung ist eine Absicherung des Kreditnehmers im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit bzw. seiner Hinterbliebenen für den Fall des Todes des Kreditnehmers. Sie dient auch dem Kreditgeber als zusätzliche Kreditsicherheit und wird als solche im Kreditvertrag an die Bank abgetreten.

Falls du weitere Infos zum Thema „Kredite“ benötigst, klicke hier.