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Die Schufa – was ist das eigentlich und wie kommt ein Schufa-Score zustande?

Was ist die Schufa?

Die Schufa, oder auch „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Bei der Schufa werden Daten zum Zahlungsverhalten von Verbrauchern gespeichert. Vertragspartner der Schufa nutzen diese Daten, um herauszufinden, ob ein Kunde ein hohes Ausfallrisiko hat, d.h. mit welcher Wahrscheinlichkeit er in der Lage ist, vertragliche Zahlungen zu leisten. Kurz gesagt: Die Schufa hilft Unternehmen bei der Beurteilung der Bonität ihrer Kunden. Vertragspartner sind unter anderem Banken, Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen oder Inkassounternehmen.

Diese Daten werden bei der Schufa erfasst

Die Schufa bezieht ihre Daten zum Teil aus öffentlichen Quellen, wie z.B. aus Schuldnerverzeichnissen oder von Amtsgerichten. Der andere Teil der Daten stammt von den Vertragspartnern, die das Zahlungsverhalten ihrer Kunden an die Schufa berichten. Diesem Vorgehen muss der Kunde zustimmen – Klauseln hierzu sind meist in die Verträge der Unternehmen integriert.

Anders als viele annehmen, werden nicht nur negative Ereignisse, wie Zahlungsausfälle, Mahnbescheide oder Vollstreckungsverfahren gespeichert. Auch positive Ereignisse, wie z.B. die vertragsgemäße Abwicklung einer Geschäftsbeziehung werden erfasst.

Zusätzlich zu den Daten zum Zahlungsverhalten von Bürgern, werden bei der Schufa auch andere personenbezogene Daten, wie Anschrift und Geburtsdatum, sowie Informationen über bestehende Verträge und in Anspruch genommene Dienstleistungen gespeichert. So ist unter anderem vermerkt, bei welchen Banken man ein Girokonto hat, wie viele Kreditkarten man besitzt, welche Telekommunikationsdienste man nutzt oder bei welchen Handelsunternehmen man Kundenkonten hat.

Ein Mal pro Jahr kann man die Einsicht seiner Daten bei der Schufa kostenfrei beantragen. Sollte sich hierbei herausstellen, dass Daten fehlerhaft sind, ist die Schufa bzw. das Unternehmen, das die Daten bei der Schufa gemeldet hat, verpflichtet, diese zu ändern. Negative Einträge werden übrigens in der Regel drei Jahre nach der vollständigen Rückzahlung gelöscht – eine zu spät gezahlte Kreditrate hängt euch also nicht das ganze Leben lang nach.

Das ist der Schufa Score

Basierend auf den bei der Schufa gespeicherten Daten, wird der sogenannte Schufa-Score berechnet. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Kreditnehmer in der Lage ist, den Kredit zu bedienen. Je niedriger der Schufa-Score, desto höher ist die Ausfallwahrscheinlichkeit, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer den Kredit nicht zurückzahlen kann.

Schuf-Scorewerte sind zweckgebunden, was bedeutet, dass anfragende Unternehmen einen Score angezeigt bekommen, der auf Daten basiert, die für sie relevant sind. Eine Versicherung bekommt also einen anderen Wert angezeigt, als z.B. ein Kommunikationsdienstleister. Wie genau der Score berechnet wird, ist nicht öffentlich bekannt.

Zusätzlich zu den Daten zum Zahlungsverhalten, werden in den Schufa-Score auch statistische Daten einbezogen. So spielt es zum Beispiel auch eine Rolle, welcher Berufsgruppe man angehört oder in welchem Stadtteil man wohnt. Ist man z.B. in einer sozial schwachen Gegend zu Hause, in der der Schufa-Score statistisch gesehen niedrig ist, kann das ebenfalls die Chancen mindern, einen Kredit gewährt zu bekommen.

Einfluss des Schufa-Scores auf die Aufnahme eines Kredites

Grundsätzlich liegt die Entscheidung, ob jemand einen Kredit gewährt bekommt, bei der jeweiligen Bank. Jede Bank hat ihre eigenen Vorgaben, nach denen sie Kredite vergibt, bei denen die Bonität des Kunden verständlicherweise eine große Rolle spielt. Schließlich möchte jede Bank irgendwann das verliehene Geld wieder zurückbekommen.

Man kann in jedem Fall festhalten, dass negative Schufa-Einträge, die einen niedrigen Schufa-Score zur Folge haben, schnell zur Ablehnung eines Kreditantrags führen können. Es gibt zwar auch Kreditangebote ohne Schufa-Prüfung, allerdings sollte man sich intensiv mit diesen Angeboten auseinandersetzen, bevor man sich dafür entscheidet.

Zum einen haben Schufa-freie Kredite deutlich höhere Zinsen als Kredite mit Bonitätsprüfung. Der Grund dafür: Die Bank möchte sich mit den hohen Zinsen für den Fall absichern, dass der Kredit nicht vollständig zurückgezahlt wird. Zum anderen gibt es sehr viele unseriöse Anbieter und Vermittler, die Schufa-freie Kredite versprechen. Diese locken zunächst mit vermeintlich guten Angeboten, um den Kunden dann mit zusätzlichen Gebühren abzuzocken. Zum Teil werden sogar Vorabgebühren verlangt, die gezahlt werden müssen, bevor überhaupt sicher ist, dass die Kreditvergabe zustande kommt.

Wer einen Schufa-freien Kredit in Anspruch nehmen möchte, um andere Kredite abzulösen und offene Zahlungen zu begleichen, ist oftmals besser bei einer professionellen Schuldenberatung aufgehoben und sollte sich dort ausführlich beraten lassen.

Wir hoffen, wir haben dir damit die Frage „Was ist die Schufa?“ beantwortet. Weitere Informationen zum Thema Kredite findest du hier.